Weltweite Finanzkrise
Die Gewinne für die Spekulanten – die Verluste für die Bevölkerung

Einstürzende Börsenkurse, Banken wie die WestLB, die IKB, die BayernLB, die kurz vor der Pleite stehen, eine Deutsche Bank und Dresdner Bank, die Milliarden verlieren: Die Bankenkrise aus den USA ist auch in Deutschland angekommen.

Mehrere Jahre haben Banken und große Unternehmen weltweit mit der Spekulation auf Immobilien-Wertpapiere Milliarden verdient. Doch dann platzte die Spekulationsblase mit dem Zusammenbruch des US-Immobilienmarktes. All die Wertpapiere, die spekulierende Banken und Unternehmen wie wild gekauft hatten, wurden im Sommer 2007 mit einem Schlag wertlos. Die ersten Folgen treten seitdem nach und nach ein: Milliardenverluste bei einigen Banken, Banken, die aus Angst keine Kredite vergeben, Konkursdrohungen.

Milliarden zur Rettung der Spekulanten

Um dies zu verhindern, sind auch in Europa die Regierungen sofort zur Rettung der Spekulanten geeilt: Über 500 Milliarden Euro haben die Europäische Zentralbank und die Zentralbanken der einzelnen Länder bereits den in Schwierigkeiten geratenen Banken geliehen. Selbst Landesregierungen sind beteiligt: So übernimmt das Land NRW Zahlungen von bis zu 5 Milliarden Euro bei der WestLB.

Die Bevölkerung zahlt die Zeche

Diese Hunderte Milliarden kommen auch in Deutschland aus den Öffentlichen Kassen. Dutzende Milliarden, die für Bildung, Ausbildung und Krankenhäuser fehlen, die neue Sparmaßnahmen im sozialen Bereich rechtfertigen werden. Sie bedeuten auch eine Steigerung der Inflation, das heißt steigende Preise, die unsere Löhne weiter auffressen… während wir uns gleichzeitig anhören können, dass wir aufgrund der Krise keine Lohnerhöhungen fordern dürfen. Und für wie viele Firmen wird die Bankenkrise der Grund werden, um Entlassungen, Sparpläne, Verschlechterungen durchzusetzen?

Ganz zu schweigen davon, was passiert, falls trotz der Milliardengeschenke an die Banken die Finanz- und damit Wirtschaftskrise nicht aufzuhalten ist. Schon jetzt haben Zehntausende im Bau- und im Bankensektor der USA ihren Job verloren. Und das alles, weil einige Banken und Großkonzerne nichts besseres zu tun hatten, als mit Milliardeneinsätzen Roulette an der Börse zu spielen. Nicht, weil sie besonders böse wären, sondern weil eben das die Logik des Kapitalismus ist: immer da das Geld reinzustecken, wo man am meisten Gewinn machen kann.
Eine Gesellschaft, die auf Profitstreben basiert und den Reichtum, die Fabriken, die Macht in den Händen dieser Zukunftskiller lässt, ist ein Wahnsinn, den sich die Menschheit auf Dauer nicht leisten kann.

21. April 2008

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