Militarismus

(gekürzt aus dem Kleinen politischen Wörterbuch)
[Der Militarismus ist ein] Reaktionäres politisches System herrschender Ausbeuterklassen, das zur Unterdrückung der Volksmassen des eigenen Landes und zur Verwirklichung ihrer Expansionspolitik gegenüber anderen Ländern den militärischen Mitteln, vor allem den Krieg, die Hauptrolle in der Politik zuweist. "Der moderne Militarismus ist ein Resultat des Kapitalismus. In seinen beiden Formen bildet er eine ‘Lebenserscheinung’ des Kapitalismus: als Militärmacht, die die kapitalistischen Staaten bei ihren äußeren Zusammenstößen einsetzen (‘Militarismus nach außen’ …), und als Waffe in den Händen der herrschenden Klassen zur Niederhaltung aller (ökonomischen und politischen) Bewegungen des Proletariats (‘Militarismus nach innen’)." (Lenin, 15, S. 187) Die wichtigste Machtgrundlage des militärischen Systems sind der reaktionäre Staat und seine bewaffneten Kräfte, die nach Ausrüstung und Zahl zu extremer Stärke entwickelt werden. Seine Klassengrundlage bilden die aggressivsten Kräfte des Monopolkapitals. Der Militarismus bedeutet für die Volksmassen zusätzliche materielle Lasten (Preiserhöhungen, Steuern, Zölle usw.). Die gesamte Wirtschaft wird militarisiert und dadurch deformiert. Der Militarismus umklammert die Gesellschaft mit einem Netz militaristischer Macht- und Propagandainstitutionen, die jede demokratische Bewegung unterdrücken sollen, das gesellschaftliche . Leben in seinem Interesse reglementieren und alle öffentlichen wie auch privaten Bereiche mit militaristischer Ideologie durchdringen (Anbetung der militärischen Gewalt als des angeblich . bestmöglichen Mittels zur Lösung in- nen- und außenpolitischer Streitfragen, Glorifizierung des Krieges und des Obrigkeitsstaates, Diffamierung demokratischer Bestrebungen als antinational usw.). Die Angehörigen der militaristischen Machtorgane werden durch ein System politisch-ideologischer Beeinflussung, oft auch durch körperliche Drangsalierungen oder durch willenstötenden Drill zum Kadavergehorsam erzogen und zur Führung von Eroberungskriegen sowie zur gewaltsamen Unterdrückung des eigenen Volkes, d.h. zum Handeln gegen ihre eigenen Interessen, gefugig gemacht. Der Militarismus zwingt der Gesellschaft: ein System materieller und ideolo – gischer Gewalt auf, er bedeutet ausgeprägten Antihumanismus und An- tidemokratismus. Er fordert in hohem Maße die Kriegsgefahr.
Ausbeuterklassen bedienten sich zu allen Zeiten in mehr oder weniger ausgeprägtem Maße des Militarismus zur Aufrechterhaltung ihrer Herrschaft und zur Verwirklichung ihrer innen- und außenpolitischen Ziele. Seine gefahrlichste Ausprägung erlangte er mit der Herausbildung des Imperialismus und der damit verbundenen Vorbereitung des Krieges um die „Neuaufteilung der Welt" zugunsten der Monopole.
Mit der Verschärfung der allgemeinen Krise des Kapitalismus nach dem zweiten Weltkrieg hat der Militarisierungsprozeß in der kapitalistischen Welt ein unerhörtes Ausmaß angenommen. Resultat dieses Prozesses und andererseits die Haupttriebkraft des Militarismus ist der militärisch-industrielle Komplex In der Vergangenheit hat der Militarismus in den USA mit der Aggression und den Verbrechen z.B. gegen das vietnamesische Volk u.a. Völker sein menschen- und fortschrittsfeindliches Wesen offenbart, das auch in der Gegenwart nicht an Aggressivität und Menschenfeindlichkeit verloren hat. Auch in der BRD [und auch in Österreich, Anm. der Red.] existieren starke militaristische Kräfte. Getreu ihrer historischen Mission steht die Arbeiterklasse an der Spitze des Kampfes gegen Militarismus und Krieg; sie vereinigt unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei alle friedliebenden Kräfte im antimilitaristischen Kampf (Antimilitarismus).
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