Erklärung des Bundesvorstandes der SDAJ zum Tod dreier Bundeswehrsoldaten in Afghanistan

serveImage1.jpeg Der Anschlag vom Samstag, bei dem auch drei Bundeswehrsoldaten ums Leben kamen, ist eine Reaktion auf die Entsendung von Tornado-Maschinen der Bundeswehr nach Afghanistan. Diese stellen faktisch die Leitzentralen der US-Angriffsstrategie in Afghanistan dar, im Zuge derer bereits Hunderte afghanische Zivilisten ermordet wurden. In der Wahrnehmung einer wachsenden Zahl von Afghanen handelt es sich bei den Bundeswehreinheiten deshalb um Unterstützungskommandos für den US-geführten Krieg. Weitere Todesopfer auch unter den deutschen Soldaten sind deshalb absehbar, wenn die Bundesregierung den Kriegseinsatz nicht sofort beendet.

Für den Tod der Bundeswehrsoldaten ist die Bundesregierung verantwortlich. Kein deutscher Soldat hat außerhalb der BRD irgendwas zu suchen. Die Bundesregierung hat u.a. im sogenannten “Weißbuch” definiert, das die BRD angeblich auch “am Hindukusch verteidigt” wird, zur Sicherung vermeintlich “deutscher Interessen”. Bekanntlich ist der Hindukusch in Afghanistan. Es ist -auch angesichts der katastrophalen sozialen Situation im besetzten Land – das gute Recht der Afghanen, sich nicht von der Bundeswehr “verteidigt” zu fühlen. Die Empörung über diesen Anschlag muss sich also gegen die Bundesregierung richten, denn sie sendet deutsche Soldaten, Tornados und Panzer in alle Welt und betreibt auch auf dem Rücken der Soldaten eine Politik, die auf die Sicherung der Rohstoffe und Absatzmärkte für die deutschen Monopole gerichtet ist.

Von den bürgerlichen Medien und Politikern kommen nun standardisierte Schlagworte:
Der Tod der Soldaten soll nicht “sinnlos” gewesen sein, fordert “Bild”. Und “Verteidigungsminister” Jung erklärt, “wir müssen den Soldaten den Rücken stärken, statt über ihren Einsatz zu diskutieren”.

Genau das Gegenteil ist der Fall: Die Soldaten haben ihr Leben verloren für die Interessen der kapitalistischen BRD und ihrer Konzerne in ihrem Kampf um Rohstoffe. Etwas Sinnloseres um Menschen zu opfern, gibt es nicht.

Die Diskussion um den Auslandseinsatz muss jetzt geführt werden. Allerdings nicht in Büros und Gremien der Kofferträger der deutschen Wirtschaft, sondern überall in der Bevölkerung! Im Oktober wird der Bundestag erneut über das Mandat der ISAF-Truppe in Afghanistan diskutieren und beschließen müssen. Das ist für die Friedenskräfte in der BRD eine Möglichkeit tatsächlichen Druck auszuüben. Eine überwältigende Mehrheit der Menschen in Deutschland lehnt den Afhganistan-Einsatz ab. Die SDAJ spricht sich dafür aus, dass die Friedensbewegung ihre Kräfte in einer gezielten Kampagne auf den friedenspolitisch derzeit wichtigsten Punkt konzentrieren sollte: Den Rückzug deutscher Soldaten aus Afghanistan!

Die SDAJ tritt ein für folgende Forderungen:

Sofortiger Rücktritt des Verteidigungsministers Jung – Aus Achtung vor den Familien und Freunden der Toten!

Sperrung des deutschen Luftraums und Häfen für den US-Nachschub für ihre Kriege im Nahen und Mittleren Osten!

Sofortiger Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan!

Auflösung der “Einsatzkräfte” der Bundeswehr!

22. Mai 2007

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