Bundeswehr raus aus den Schulen! - Eine Schule die sich wehrt!

bundeswehrfreie zone Fr. 26.3. | 10 Uhr | Schadow-Gymnasium | Kundgebung gegen Bundeswehrrekrutierung im Klassenzimmer

Beuckestrasse 27-29, 14163 Berlin-Zehlendorf, Anfahrt: S-Bahnhof Zehlendorf (S1), Bus: 183, 101,112, 
110, 115, 217, 623


Im folgenden Dokumentieren wir den Aufruf der Schüler_innen-Initiative Klassenkampf Süd-West

Bundeswehr raus aus Schule und Uni!

Das Militär ist kein normaler Arbeitgeber!

Proteste gegen Rekrutierungsversuche der Bundeswehr beim „Beratungstag über Berufsperspektiven“ am Schadow-Gymnasium in Berlin am 26ten März

Fährt der Panzer die neuen Rekrut_innen1 demnächst direkt vom Schulhof in die Kaserne? Dies bleibt in unmittelbarer Zukunft zumindest unwahrscheinlich, jedoch ist in den letzten Jahren eine massive Militarisierung der Bildungseinrichtungen sichtbar geworden. Der neueste Vorstoß derjenigen, die die Präsenz der Bundeswehr an Schulen befürworten, stammt von der CDU-Fraktion der Steglitz-Zehlendorfer Bezirksverordnetenversammlung (BVV):

Ihrer Meinung nach solle das Bezirksamt den Schulen empfehlen, Informationsveranstaltungen mit Jugendoffizieren der Bundeswehr regelmäßig durchzuführen (dem stimmten die Steglitz-Zehlendorfer Grünen zu). Schon der Name des Antrags lässt aufhorchen: “Bundeswehr an die Schulen”2 ! Explizit ist die Rede von “Rekrutierung” des zukünftigen “Führungspersonals” 3 . Vorbild hierfür soll die „erfolgreiche“ Veranstaltung am Paulsen-Gymnasium sein.

Was die CDU hier mit „erfolgreich“ meint, bleibt ein Rätsel, konnte doch die Veranstaltung ganz und gar nicht wie geplant durchgeführt werden: Wir, die unabhängige Schüler_innen-Initiative Klassen-Kampf Süd-West (KKSW) rief im Internet zu Protesten auf, was die Berliner Polizei zum Anlass nahm, die Eingänge der Schule abzusperren um diese vor „linksextremistischen Gewalttätern“ (so ein Polizist vor Ort) zu “schützen”. Schüler_innen mussten sich somit beim Betreten ihrer eigenen Schule kontrollieren lassen. Trotzdem äusserten Antimilitarist_innen ihren Unmut und schafften es in die Schule zu betreten, wo sie versuchten, die Veranstaltung durch kritische Nachfragen zu stören.

Nun steht also die Fortsetzung dieses Propagandafeldzugs an: Am 26ten März sollen Schüler_innen der Kursoberstufe des Schadow-Gymnasiums (an dem Bücher des “Militärgeschichtlichen Forschungsamtes” der Bundeswehr als Unterrichtsmaterialien eingesetzt werden) im Rahmen eines „Beratungstages“ über Berufsperspektiven informiert werden (so wie insgesamt ca. 400.000 ihrer Mitschüler_innen in Deutschland 2009)4 .

Im Bereich „Militärlaufbahn“ ist die Bundeswehr bei der jährlich stattfindenden Veranstaltung eine gern gesehener Partnerin und auch abseits davon sind Jugendoffiziere willkommene Referenten: 2009 durften sie den Schüler_innen zuletzt die militärische Situation (und Notwendigkeit) der deutschen Auslandseinsätze (Schwerpunkt Afghanistan) erläutern. In der Regel besteht bei derartigen Veranstaltungen Anwesenheitspflicht !

Wir wollen widersprechen, denn die alleinige Aufgabe von Militärapparaten ist Vorbereitung, Bereitschaft und Durchführung von Krieg. Die Aufgabe von Jugendoffizieren ist die Herstellung von Akzeptanz und Befürwortung von Bundeswehr und Wehrpflicht (im Militärsprech: “Erhaltung und Festigung des Grundkonsens über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik Deutschlands”)5 .

Ein solcher “Grundkonsens” existiert jedoch weder in den Ländern, in denen Deutschland Krieg führt, noch an der “Heimatfront”! Die große Mehrheit in Deutschland lehnt sowohl den Afghanistan-Einsatz als auch die Wehrpflicht, die schlicht Zwangsarbeit darstellt, ab. Die propagierte “Militärlaufbahn” ist eine Ausbildung zum Morden (und immer öfter auch Sterben)!

In anderen Bundesländern hat sich die Bundeswehr bereits noch mehr in den Bildungsinstitutionen eingenistet: Baden-Württembergs Landesschulministerium unterzeichnete im Dezember bereits die vierte “Kooperationsvereinbarung” mit der Bunderwehr, der vorsieht, über einen jährlichen Bericht bezüglich des Stands der Kooperation zwischen Jugendoffizieren und Schulen letztere unter Druck zu setzen.

Doch der Widerstand wächst: Die LandesschülerInnen-Vertretung Nordrhein-Westfalen und die Berliner Landesschülervertretung sprachen sich gegen Militärpräsenz an Schulen aus. In Freiburg demonstrierten am 23ten Januar 500 Menschen unter dem Motto: “Bundeswehr raus aus dem Klassenzimmer”6 .

Die Bundestagsfraktion der Partei “Die Linke” brachte gar einen Antrag gegen die „Sonderstellung der Bundeswehr an Schulen“ ein (der jedoch erwartungsgemäß von den anderen Fraktionen abgelehnt wurde).

Und so wollen auch wir der Bundeswehr am 26ten März nicht das “Feld” überlassen und rufen alle Schüler_innen, Bildungsaktivist_innen, Lehrer_innen, Eltern, Friedensbewegte und Antimilitarist_innen zur Teilnahme an einer Kundgebung vor der Schule und kreativen Störaktionen auf.

gez.: unabhängige Schüler_innen-Initiative Klassen-Kampf Süd-West (KKSW)

Helm ab, Hirn rein und dann raus aus Schule und Uni!

Freitag, 26ter März, 10.00 Uhr

Schadow-Gymnasium

1 Wir schreiben bewusst nicht nur über Frauen und Männer sondern auch diejenigen Menschen , welche nicht in das ausschließliche Frau/Mann-Schema hineinpassen, beziehungsweise nicht hineinpassen wollen, wie etwa Intersexuelle, Transgender oder Transsexuelle.

2 Hier und im Folgenden zitiert nach: www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/bvv-online/vo020.asp

3 Laut CDU seien die Schüler_innen des Bezirks aufgrund seiner “Güte der Schulausbildung” hierfür besonders geeignet, was wir als emanzipatorische Schüler_inneninitiative nur als lächerlich bezeichnen können. Wir verweisen auf die vielfältigen berliner Bildungsstreikaktivitäten…

4 Antwort auf eine Anfrage von MdB Ulla Jelpke, www.ulla-jelpke.de

5 Bundesministerium der Verteidigung (Hrsg.): Jugendoffizier (Informationsbroschüre), 2000

6 de.indymedia.org/2010/01/271597.shtml

13. März 2010

Ein Kommentar zu ' Bundeswehr raus aus den Schulen! - Eine Schule die sich wehrt! '

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  1. Harald Wolff meinte
    am 8. Juni 2010 um 23:09

    Hallo Genossen, folgende Mail habe ich an den Schuppenheini von der Schweine BZ geschrieben. Ich freue mich für euren Erfolg!
    Venceremos!
    Harald Wolff

    Werter Herr Schupelius,

    Die Mehrheit in unserem Land will keine Bundeswehr im Ausland, und ein großer Teil der Bevölkerung will auch keine Bundeswehr im Inland. Die Schüler und Lehrer haben nur ihr demokratisches Recht in Anspruch genommen, sie vertreten nun mal mit ihrer Einstellung die Mehrheit der Bevölkerung, und haben den Offizieren der BW den Zutritt zu ihrem Gymnasium verwehrt.Das Zeugt doch von ihrem Demokratieverständnis und zeigt leider auch was sie unter Demokratie verstehen.
    Die NVA wurde nicht auf einen Angriffskrieg vorbereitet,ich habe selber 18 Monate in ihr gedient.Die NVA hat auch an keinen militärischen Einsätzen, an Kriegen teilgenommen wie jetzt die BW, aber das wissen sie selber.
    Ziehen sie sich doch selber die Uniform an, nehmen sich eine Flinte und gehen in die Welt hinaus und sorgen für Ordnung,Disziplin und Demokratie wie sie es verstehen, der Globus wartet auf sie!
    Ich hoffe andere Schulen in Deutschland nehmen sich am ” Hilde Coppi ” Gymnasium ein Beispiel und schützen ihre Schüler vor den Propagandaoffizieren der Bundeswehr.
    Wie sagte schon Kurt Tucholsky: ” Soldaten sind Mörder! ”
    Dem ist nichts hinzu zufügen !
    MfG Harald Wolff.
    Hilde Rake arbeitete in Berlin-Wilmersdorf als Sachbearbeiterin in der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte (RfA), als sie 1940 Hans Coppi kennen lernte. Bis 1939 hatte sie als Sprechstundenhilfe bei Ärzten gearbeitet und hatte bereits vor 1933 Kontakt zu Mitgliedern der KPD. Hilde und Hans Coppi heirateten am 14. Juni 1941. Nach dem Einfall deutscher Truppen in die Sowjetunion hörte Hilde Coppi den Sender Radio Moskau ab, notierte Adressen deutscher Kriegsgefangener und informierte deren Angehörige, dass sie am Leben waren. Sie beteiligte sich mit ihrem Mann an der Zettelklebeaktion gegen die antisowjetische Propagandaausstellung „Das Sowjet-Paradies“, half beim Transport des defekten Funkgeräts und besorgte Papier für Flugblätter aus der Reichsversicherungsanstalt.

    Das Ehepaar Coppi wurde am 12. September 1942 verhaftet. Hilde war schwanger und brachte ihren Sohn Hans am 27. November 1942 im Berliner Frauengefängnis Barnimstraße zur Welt. Am 22. Dezember 1942 wurde ihr Mann hingerichtet. Auch Hilde Coppi wurde am 20. Januar des Folgejahres zum Tode verurteilt. Ein Gnadengesuch wurde im Juli 1943 von Adolf Hitler abgelehnt. Die Hinrichtung wurde bis in den August aufgeschoben, damit sie ihr Kind stillen konnte. Am 5. August 1943 wurde Hilde Coppi in Berlin-Plötzensee durch das Fallbeil enthauptet.

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