Antifaschistische Filmreihe im Februar

VeranstaltungsflyerVor 75 Jahren wurde den Hitler-Faschisten auf Druck des Großkapitals die Macht übergeben. Nur wenige Wochen später inszenierten die Nazis mit dem Reichstagsbrand den Vorwand für die Verfolgung Tausender von Kommunistinnen, Kommunisten und anderer Andersdenkender.

Aus Anlaß dieser Jahrestage veranstalten die DKP Neukölln und die SDAJ Berlin im Februar eine antifaschistische Filmreihe in den Räumen der Chile-Freundschaftsgesellschaft “Salvador Allende” e.V. in Berlin-Neukölln, Jonasstr. 29. Die Filme beginnen jeweils Freitags um 20.00 Uhr, der Eintritt ist frei.

Fr., 1.2., 20.00 Uhr
Professor Mamlock
DDR 1961
Eine deutsche Universitätsstadt zu Beginn des Jahres 1933. Professor Mamlock ist Jude und Chef einer chirurgischen Klinik. Politik interessiert ihn nicht. Er setzt auf Staat, Familie und humanistische Prinzipien. Den verwundeten Kommunisten Walter versorgt er zwar medizinisch, aber er versteht ihn nicht. Seinem Sohn Rolf weist er die Tür, als dieser zum Widerstandskämpfer wird. Seiner Tochter Ruth glaubt er nicht, daß man sie als Jüdin aus der Schule geworfen hat. Erst als auch er seine Arbeit verliert und von SA-Leuten aus der Klinik geführt wird, bricht sein Glaube an Recht und Ordnung zusammen.
Regie: Konrad Wolf

Fr., 8.2., 20.00 Uhr
Lissy
DDR 1957
Berlin 1932. Lissy ist die Tochter eines sozialdemokratischen Arbeiters und wohnt im Berliner Wedding. Sie möchte heraus aus dem elenden Milieu und arbeitet als Verkäuferin an einem Tabakstand in der Nähe des Kurfürstendamms. Einer der Kunden, der gutaussehende Angestellte Alfred Fromeyer, ist ihr sehr zugetan. Sie hofft, durch eine Heirat mit ihm den sozialen Aufstieg zu schaffen. Doch kaum ist ihr erstes Kind geboren, hat Fromeyer seine so sicher geglaubte Stellung verloren. Seine Verzweiflung und die Begegnung mit einem alten Freund führen ihn in die SA.
Regie: Konrad Wolf

Fr., 15.2., 20.00 Uhr
Dein unbekannter Bruder
DDR 1981
Hamburg 1935. Der Antifaschist Arnold Clasen kommt aus der KZ-Haft zurück und schließt sich erneut einer Widerstandsgruppe an. Da er überwacht wird, lebt er unauffällig, meidet den Kontakt mit den Genossen. Nachmittags und abends geht er seiner Arbeit als Filmvorführer in den Orion-Lichtspielen nach. Manchmal trifft er sich mit Renate. Die Isolation macht ihm zu schaffen. Zu der Gefahr von außen kommt der Verrat in den eigenen Reihen. Es gibt Verhaftungen in der Gruppe, Arnold schöpft Verdacht, daß Walter der Verräter ist – und auch er fällt ihm zum Opfer.
Regie: Ulrich Weiß

Fr., 22.2., 20.00 Uhr
Einer von uns
DDR 1959
Bereits Ende der zwanziger Jahre sind die linken Arbeitersportvereine Repressalien ausgesetzt und werden von SA-Gruppen überfallen. Nach dem Machtantritt Hitlers gehen Richard und sein Freund Alli in einen bürgerlichen Verein, um ihre illegale Tätigkeit zu tarnen. Richards Erfolg stört die neuen Machthaber, denen seine politische Haltung bekannt ist, und sie suchen einen Anlaß, ihn zu sperren. Er gibt ihn, als er bei der Siegerehrung zur deutschen Meisterschaft den Hitlergruß verweigert. Anläßlich der Olympiade will Deutschland auf den potentiellen Medaillengewinner aber nicht verzichten…
Regie: Helmut Spieß

Fr., 29.2., 20.00 Uhr
Der Teufelskreis
DDR 1982
Während der Hellseher Hanussen das Brennen eines großen Gebäudes prophezeit, werden von Nazifunktionären die letzten Absprachen zu einem Verbrechen getroffen, das der Kommunistischen Partei zugeschoben werden soll: der Reichstagsbrand am 27.Februar 1933. Massenhaft werden Kommunisten verhaftet. Der propagandistisch aufgezogene Gerichtsprozeß verkehrt sich allerdings ins Gegenteil, als der Exil-Bulgare Georgi Dimitroff seine Verteidigng zu einer Anklage der Faschisten macht und sie vor den Augen der Weltöffentlichkeit der Brandstiftung überführt .
Regie: Carl Balhaus

Alle Filme laufen in der
Chile-Freundschaftsgesellschaft Salvador Allende e.V., Jonasstr. 29, 12053 Berlin-Neukölln
U8 bis Leinestr. oder S-Bahn Ring bis Hermannstraße

Den Flyer gibt es als *.pdf in unserem Downloadbereich. Direkter Link (PDF – ca. 85,7 KB)

30. Januar 2008

2 Kommentare zu ' Antifaschistische Filmreihe im Februar '

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  1. berusb meinte
    am 1. Februar 2008 um 17:23

    Eure, im Eingang formulierte Faschismus-Machtergreifungs-Theorie, hinkt aber gewaltig. Wo bleibt denn da die Rolle der Deutschen?
    Die spätere Verfolgung betraf auch nicht nur “Andersdenkende” sondern klar rassistisch und antisemitisch definierte Feindgruppen.
    Klar, dass hier nicht der Platz für eine kritisch ausformulierte Theorie ist, aber ganz so populistisch muss das ja wohl nicht sein.

  2. Sven meinte
    am 1. Februar 2008 um 19:17

    Einerseits waren es Kommunisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter, welche als erstes in den Konzentrationslagern landeten und zweitens geht es hier in keiner Weise darum, welche Mechanismen durch das Geld genutzt werden konnten.
    Wenn du dir mal die Wahlergebnisse von Ende ’32 ansiehst, dann ist klar ersichtlich, dass die NSDAP absolut ca. 2 Mio. Stimmen verloren hat. Als Reaktion darauf wurde z.B. durch Großkapitalisten ein Brief an Hindenburg verfasst, der die Einsetzung Hitlers forderte.

    Unsere “Theorie” ist also nichts populistisches, sondern lässt sich anhand von Fakten belegen.

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